Fazit: Was wir jetzt ändern wollen


Fazit des alleinerziehenden Vaters Simon

Ich habe in der verpackungsarmen Woche immerhin rund die Hälfte an Einweg-Verpackungen eingespart. Das ist gar kein schlechtes Ergebnis. Allerdings habe ich in dieser Woche z.B. außer Zahnpasta und Mundwasser keine Körperpflege-Produkte gekauft. Bei einigen Produkten, wie z.B. Katzenfutter und Toilettenpapier habe ich mangels Hoffnung gar nicht erst nach unverpackten oder anders verpackten Alternativen geschaut. Bei Produkten in Dosen wie z.B. Tomaten, Gemüse, Kokosmilch und wiederum Katzenfutter habe ich ein Auge zugedrückt, weil die Recyclingquote bei diesem Material ähnlich gut ist wie bei Papier und Glas.

Ich habe in dieser Woche nur etwas mehr Geld ausgegeben, als in der Woche davor. Allerdings habe ich viele Dinge wegen ihrer Verpackung gar nicht gekauft, die ich sonst gekauft hätte. Außerdem verfälscht der kurze Zeitraum das Ergebnis. Einige vorrätige Dinge habe ich eben in der Woche davor oder danach gekauft. Wirklich teurer eingekauft habe ich Milch, Fleisch, Wurst und Käse. Außer bei der Milch brachte das aber nicht viel, weil die Waren trotzdem in Plastik verpackt wurden.

Ich habe wesentlich mehr Zeit beim Einkaufen verbracht. Das kann man für so ein Projekt mal machen, aber nicht dauerhaft. Allerdings ist das natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass ich noch viele Dinge suchen und noch viel lernen musste.

Ein großes Problem ist, dass ich von vielen unverpackten Waren einfach zu große Mengen kaufen muss. Ein ganzes Brot wird bei mir niemals verbraucht, solange es noch genießbar ist. Eine ganze Knolle Sellerie oder einen ganzen Rotkohl kannn ich nicht verkochen. Reste einfrieren ist keine echte Option. Ich besitze zwar einen Tiefkühlschrank, der ist aber mit folgenden Dingen gut gefüllt:

  • Essen, das sich meine Söhne selbst machen können, z.B. Pizza, Frühlingsrollen, Pommes Frites, etc.
  • Selbst gekochte Gerichte, die ich als Mittagessen mit zur Arbeit nehme
  • Gemüse, das ich portionsweise auftauen und verkochen kann
  • (Meist ebenfalls selbstgemachtes) Speiseeis

Ich bin mit einigen Mitarbeitern in den Geschäften und auch mit Kunden ins Gespräch gekommen und habe dabei allgemein viel Interesse und Aufgeschlossenheit für das Thema "Verpackung sparen" festgestellt. Der eine oder andere Fleischtheken-Mitarbeiter hat mir allerdings auch einen unverkennbaren "Was-will-der-grüne-Spinner-denn?"-Blick zugeworfen. Das waren aber Ausnahmen.

Schlussendlich habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich im Moment nicht allzuviel bewirken kann, wenn ich in den gewohnten Läden einkaufe. Ich kann aber vielleicht durch fortwährendes Bitten und Nachhaken dabei mithelfen, dass ein Umdenken stattfindet und schlussendlich durch entsprechende Vorschriften und Gesetze für eine Besserung dieser katastrophalen Situation gesorgt wird. Ich denke, letztendlich muss auf die Hersteller eingewirkt werden, dass auch Waren für Supermärkte in Zukunft anders, weniger oder eben gar nicht verpackt werden.

Fazit des alleinlebenden Rentners Lukas
Zunächst einmal habe ich den nahegelegenen Wochenmarkt wiederentdeckt. Hier kann ich unverpackt Obst und Gemüse einkaufen. Allerdings gibt es auch bei REWE und EDEKA inzwischen eine gute Auswahl an unverpacktem Obst/ Gemüse, sogar die grünen Gurken sind nicht mehr in Plastik eingeschweißt (Schau an, auf einmal gehtís).

Weiterhin entdeckt habe ich die Käse- und Wursttheken, wo ich ebenfalls (wenngleich oft auf Nachdruck) nahezu unverpackt einkaufen kann, und ab und zu auch 'n kleinen Klönschnack haben kann. Bei Milch und Joghurt, liebe Umwelt passe ich. Die Gebinde sind zu groß (es gibt hier keine 0,5l), außerdem sind sie schwer und nahezu doppelt so teuer.

Überhaupt muss angemerkt werden, dass natürlich auch Glas, Metall und Papier industrielle Produkte sind und damit einen ökologischen Fußabdruck (saublöder Ausdruck) hinterlassen. Nahezu hoffnungslos sind die Drogeriemärkte.

Insgesamt aber muss ich feststellen, dass man mit wenig Aufwand und Mühe doch recht Plastik-/Kunststofffrei einkaufen kann. Schaut man ein wenig über den Tellerrand des täglichen Einkaufs hinaus, so muss ich feststellen, dass Großmärkte wie MediaMarkt oder Saturn echte Umweltschweine sind. Hier sind Glühbirnen, jedes Kabel und Stecker in jenem ekelhaften Hartplastik eingeschweißt, das man nur mit der großen Flex aufbekommt und sich dann dabei auch noch schneidet. Auch der Imbiss "serviert" noch überwiegend alles in Plastik (Messer, Gabel, Becher), wobei ich den Plastikbecher geschmeidig umgehen kann, da ich mein Lieblingsgetränk (guess what) ohnehin aus der Flasche trinke.

Insgesamt eine positive Erfahrung und merke: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.


Stand: 11.09.2019 zum Seitenanfang zur vorherigen Seite zur nächsten Seite zur p.i.c.s.-Startseite eMail an Simon Reinhardt senden Copyright © 2019 Simon Reinhardt